Mobile Absauggeräte: 12 Fakten für die richtige Auswahl

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Mobile Absauggeräte sind für viele Betriebe das Mittel der Wahl bei der Schweißrauchabsaugung. Insbesondere bei wechselnden Arbeitsplätzen entfalten die Punktabsaugungen auf Rollen ihre Vorteile gegenüber stationären Systemen. Welches Modell sinnvoll ist, hängt vom Einsatzgebiet und von der Schweißintensität ab. 12 Fakten, worauf Schweißer bei der Auswahl mobiler Absauggeräte achten müssen.

Mobile Absauggeräte sind bis heute die am häufigsten eingesetzten Systeme bei der Schweißrauchabsaugung in kleinen Schweißereien und Werkstätten im Mittelstand. Welches Absauggerät sich für den Einsatz im eigenen Betrieb eignet, hängt elementar von drei Faktoren ab: der Schweißintensität, dem Schweißverfahren und den verarbeiteten Werkstoffen. Aber auch weitere Fragen wie die nach den räumlichen Gegebenheiten spielen eine Rolle. 

  1. Mobile Absauggeräte sorgen für Flexibilität

Beim Arbeitsschutz ist Flexibilität in der Handhabung von Absauggeräten der Maßstab. Wechseln Schweißer oft ihren Arbeitsplatz in der Produktion, können sie mobile Absauggeräte einfach auf integrierten Rollen mitnehmen. Dadurch sind sie nicht gebunden wie bei stationären Absauggeräten.

  1. Platz für mobile Absauggeräte muss vorhanden sein

Im Vergleich zu stationären Absauggeräten sind ihre mobilen Pendants auf dem Boden positioniert. Stationäre Geräte haben den Vorteil, dass Sie an der Wand montiert in der Produktion Platz einsparen. Daher benötigen mobile Absauggeräte mehr Raum, damit sie überhaupt verfahrbar sind.

  1. Mobile Absauggeräte als Lösung für kleine BetriebeIn kleinen, aber geräumigen Werkstätten sind mobile Absauggeräte für die Schweißrauchabsaugung geeignet.

Vielfach haben Betriebe gar nicht die Größe und damit den Bedarf, eine zentrale Absauganlage mit Punktabsaugungen an mehreren Arbeitsplätzen zu installieren. Mobile Absauggeräte sind daher die optimale Lösung zwischen stationären Absauggeräten und zentralen Absauganlagen. Die Einsatzbereiche sind für mobile Absauggeräte genau wie bei ihren stationären Pendants bei der Nutzung der Anlage zwar eingeschränkt, sie lassen sich aber wie zentrale Anlagen an verschiedenen Arbeitsplätzen einsetzen.

  1. Ausführungen auch für zwei Arbeitsplätze erhältlich

Wenn trotzdem der gleichzeitige Einsatz mehrerer Schweißer erwünscht ist, gibt es auch bei den mobilen Geräten bereits Ausführungen, bei denen zwei Schweißer gleichzeitig schweißen und können und trotzdem denselben Arbeitsschutz erfahren (oder hier).

  1. Flexible Absaugarme sorgen für Bewegungsfreiheit

Mobile Absauggeräte mit integriertem Absaugarm sind am gängigsten. Diese sind vor allem wegen der Flexibilität ihrer Arme gefragt. Im Idealfall lassen sie sich im Schweißprozess einfach mit nur einer Hand um 360 Grad drehen und halten sich freitragend in der individuell vorgegebenen Position. Eine flanschförmige Beschaffenheit der angeschlossenen Absaughaube sorgt für eine größere Saugreichweite und weniger Nachführung. Entlang der Schweißnaht erfasst sie Schweißrauch in einem größeren Bereich. Eine in der Absaughaube integrierte LED-Leuchte verbessert dabei die Sicht auf das Werkstück. Weil die Absaugarme in verschiedenen Längen erhältlich sind, lassen sie sich unterschiedlichen Arbeitsumgebungen anpassen.

  1. Geräte sollten direkt W3-geprüft sein

Bestenfalls sollten mobile Absauggeräte direkt nach W3 zertifiziert sein. Mit der Zulassung des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) sind sie dann auch für das Schweißen von Chrom-Nickelstählen zugelassen. Dabei werden krebserzeugende Partikel freigesetzt. W3 bedeutet zudem den höchsten Abscheidegrad von mehr als 99 Prozent selbst für die sehr feinen, fast ausschließlich alveolengängigen (lungengängigen) Schweißrauchpartikel mit einer Größe von 0,4 µm und kleiner.

  1. Schweißverfahren und Werkstoff entscheidend bei der Auswahl

Während beim sporadischen WIG-Schweißen von Aluminium schon ein Einsteigermodell reicht, ist beim sporadischen Fülldrahtschweißen bereits ein leistungsfähigeres Absauggerät nötig. Ähnliches gilt bei hochlegierten Stählen: Beim sporadischen WIG-Schweißen reicht noch ein Einsteigermodell aus, während beim dauerhaften Fülldrahtschweißen sogar ein Absauggerät mit abreinigbarem Filter empfehlenswert ist.

  1. Absauggeräte unterscheiden sich vor allem bei der Filterfläche

Einsteigermodelle für sporadisches Schweißen verfügen im Vergleich zu leistungsfähigeren Absauggeräten über kleinere Filterflächen. Die Qualität der Absauggeräte steigt dabei mit der Größe der Filterfläche. Während Geräte für gelegentliches Schweißen mit Flächen um 17 Quadratmeter auskommen, verfügen leistungsfähigere Absauggeräte über Filterflächen von rund 42 Quadratmetern. Dadurch sind diese für regelmäßiges Schweißen geeignet. Das hat einen Grund: Je größer die Filterfläche, desto langsamer durchströmt die Luft das Filtermedium. Im Gegensatz zu geringen Filterflächen bilden Partikel einen offenporigen Filterkuchen auf dem Filtermedium. Dort kann die Luft weiter durchströmen und die Standzeit des Filters verlängert sich.

  1. Filtertechnik: Einweg oder abreinigbar

Neigen Betriebe zum dauerhaften Schweißen mit großen Schweißrauchmengen, eignen sich vor allem Absauggeräte mit abreinigbarem Filter. Wie der Name sagt, reinigt das Gerät das Filter bestenfalls automatisch ab, so dass der Staub separat entsorgt werden kann.. Für den Betrieb von Absauggeräten mit abreinigbarem Filter ist die Versorgung mit Druckluft nötig. Im Gegenzug sparen Betriebe den regelmäßigen Wechsel des Filtermaterials wie bei Einweg-Filtern und somit dauerhafte Folgekosten ein.

  1. Kontaminationsfreie Entsorgung heute wichtiger denn je

Mobile Absauggeräte sollten möglichst über eine kontaminationsfreie Entsorgung verfügen. Egal, ob Einwegfilter oder abreinigbar: Mitarbeiter sollten auch nach der Absaugung nicht mit den Gefahrstoffen in Kontakt kommen.

  1. Transportables Absauggerät für auswärtige Aufträge

Mobile Absauggeräte wie der MiniFil eigenen sich auch für den Transport.Zum Beispiel in der Instandhaltung, aber auch bei anderen Aufträgen, die abseits der eigenen Produktion liegen, stellt sich oft die Frage nach einem effektiven Arbeitsschutz vor Ort. Absauggeräte sind auch in einem höchst mobilen Maß verfügbar. Während der Transport der mobilen Absauggeräte mit Absaugarm zu umständlich wäre, sind diese Systeme dank ihres geringen Gewichts einfach von Hand zum Einsatzort tragbar oder auf einem Trolley fahrbar. Sie eignen sich auch für eine brennerintegrierte Absaugung – dabei wird die Luft direkt am Schweißbrenner abgesaugt. In der Regel nutzen Schweißer sie allerdings als Ausführung mit Schlauch und trichterförmiger Absaugdüse. Diese Absaugung wird mittels Magneten und wegen der kleinen Düsenöffnung sehr nah an der Entstehungsstelle des Schweißrauchs positioniert. Im Vergleich zu mobilen Absauggeräten mit Absaugarm und -haube ist hierbei aber mehr Nachführung nötig.

  1. Absauggeräte für sporadisches Schweißen günstig erhältlich

Natürlich spielen auch die Finanzen bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle. Mobile Absauggeräte für sporadisches Schweißen sind bereits für rund 1.000 Euro erhältlich. Der preisliche Anstieg hängt dann von der Leistungsfähigkeit des mobilen Absauggeräts und dem Zubehör (z.B. Länge der Absaugarme) ab.

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