„Eine saubere Hallenluft ist ein absolutes Plus für die Mitarbeitergewinnung“

Luftreinhaltetechnik als Arbeitgeberfaktor: Die Fronz Metallbau GmbH setzt konsequent auf einen effektiven Arbeitsschutz für ihre Mitarbeiter und wirbt damit offensiv bei der Mitarbeitergewinnung – und das trotz einer vergleichsweise kleinen Betriebsgröße. Warum das Thema Michael Schmitt bewegt, schildert der Geschäftsführer im Interview.

Schaut man alleine auf die Betriebsgröße, ist Fronz Metallbau aus Asbach zwischen Heidelberg und Heilbronn wohl höchstens Durchschnitt – im deutschen wie globalen Maßstab: zwölf Mitarbeiter, Kleinbetrieb in der Metallbearbeitung. Doch beim Blick hinter die Fassade zeigt sich, was auch ein kleiner Betrieb Großes für die Gesundheit seiner Mitarbeiter leisten kann. Das Unternehmen hat umfassend in den Arbeitsschutz investiert.

Herr Schmitt, Sie sind Geschäftsführer von Fronz Metallbau, bei Ihrer Betriebsgröße ist Arbeitsschutz Chefsache. Was halten Sie eigentlich von Chefs, die den Arbeitsschutz vernachlässigen?
Ehrlich gesagt kann ich es in heutigen Zeiten nicht mehr nachvollziehen, wie manche Arbeitgeber versuchen, sich vor dem Schutz ihrer Mitarbeiter zu drücken. Es gibt Gesetze, es gibt Studien, die die Gefahren von Schweißrauch und Schneidstaub belegen, vor allem aber steht für mich der Mitarbeiter im Mittelpunkt.

Früher sah das in Ihrem Betrieb aber auch anders aus…
Das ist Gott sei Dank schon lange her. Wir haben erkannt, wie wichtig Arbeitsschutz und am Ende auch der Einsatz von effektiver Absaugtechnik ist. Wir haben uns insbesondere auf die Fertigung von Prototypen und Mustern in Stückzahl eins bis zu kleineren Mengen spezialisiert. Laserzuschnitte und Pulverbeschichtung ist bei uns im Betrieb integriert. Schneiden, Schleifen und Schweißen sind Standardverfahren. Seit einigen Jahren setzen wir bereits Punktabsaugungen für unsere Schweißer ein. Untertischabsaugungen sind bei unseren Laseranlagen ohnehin geboten – alleine vor dem Hintergrund der Schnittqualität, aber natürlich auch der Gesundheit unserer Mitarbeiter.

Doch das ging Ihnen noch nicht weit genug.
Genau. Wir haben eine eigene Schleiferei. Darin entstehen natürlich Schleifstäube in einer erheblichen Menge, die man nicht so einfach nur am Punkt absaugen kann. Damit sich diese nicht der gesamten Hallenluft ausbreiten, haben wir das ganze Thema Arbeitsschutz weitergedacht.

Und zwar wie?
Mitarbeiter, die direkt am Schweißprozess beteiligt sind, verfügten eh schon lange über den Arbeitsschutz an ihrem Arbeitsplatz. Wir haben uns nicht nur am einzelnen Schweißer orientiert. Wir haben uns darüber hinaus die Frage gestellt: Was ist mit den Mitarbeitern an umliegenden Arbeitsplätzen?

„Jeder, der sich bei uns bewirbt, schaut sich auch unsere Produktion an. Das wird in anderen Betrieben nicht anders sein.“

Was genau haben Sie gemacht?
Wir haben in zwei Raumlüftungssysteme, ein Luftüberwachungssystem und ein digitales Monitoring investiert. Damit haben wir zusammen mit KEMPER ein vernetztes Arbeitsschutz-Konzept umgesetzt.

Wie genau muss man sich das vorstellen?
Das Luftüberwachungssystem vermisst permanent die Luftqualität. Im Eingangsbereich hängt es für alle Mitarbeiter gut sichtbar. Eine integrierte Ampelanzeige zeigt permanent den Stand der Luftqualität an. Eigentlich haben wir immer grün seit Inbetriebnahme.

Das alleine reicht aber sicherlich nicht aus, um eine positive Luftqualität zu erzielen.
Nein, auf keinen Fall. Das System überwacht die Luftqualität und am Ende auch die Effizienz der Absauganlagen und Raumlüftungssysteme. In der Software sind Grenzwerte hinterlegt. Schon lange bevor eine Überschreitung droht, fährt das System die vernetzten Raumlüftungssysteme automatisch hoch und die Luft wird gereinigt. Die relevanten Daten zur Luftqualität laufen dabei permanent in einer App auf meinem Smartphone ein. Von überall kann ich den Status unserer Arbeitsschutz-Maßnahmen überwachen.

Wie reagieren Ihre Mitarbeiter?
Ausnahmslos positiv. Seitdem wir die Raumlüftungssysteme in Betrieb genommen haben, hat sich die Luftqualität nochmals stark verbessert. Die Rückmeldung haben uns unsere Mitarbeiter eindeutig gegeben. Das zeigen mir auch immer wieder die verfügbaren Livedaten und Historien, wenn sich die Raumlüftungssysteme einschalten. Und auch das optische Feedback durch das Luftüberwachungssystem schafft Vertrauen bei der Belegschaft.

Und damit wollen Sie nun auch neue Mitarbeiter überzeugen?
Auf jeden Fall, aber auch nicht nur die. Wir setzen auf Arbeitsschutz in diesem Umfang natürlich primär, um unsere Mitarbeiter zu schützen. Allerdings berührt das Thema natürlich auch potenzielle Bewerber. Jeder, der sich bei uns bewirbt, schaut sich auch unsere Produktion an. Das wird in anderen Betrieben nicht anders sein. Schweißer wollen heute wissen, in welchem Umfeld sie arbeiten. Und jeder Betrieb sollte wissen, wie schwer man an gutes Personal kommt. Eine saubere Hallenluft ist besonders in der Metallbearbeitung ein absolutes Plus für die Mitarbeitergewinnung. Darum binden wir das Thema auch konsequent in unsere Kommunikation ein, was zu einem positiven Bild unseres Betriebs führt.

Woran machen Sie das fest?
Wir erhalten regelmäßig positive Rückmeldungen unserer Kunden zur hervorragenden Hallenluft. Sie schätzen es, wenn sich Ihre Lieferanten um ihre Mitarbeiter kümmern. Denn gesunde Mitarbeiter bei Lieferanten bringen eine bessere Qualität für ihr Produkt.

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